Parcoursbesuche Brilon, Willebadessen und Bowra am Edersee

Man glaubt es kaum, wir haben uns im August ein bisschen Urlaub gegönnt. Aber natürlich mit Pfeil und Bogen…

Am 19.08.2014 ging es nach Udorf ins Hochsauerland. Udorf hat 250 Einwohner, keine Kneipe und am Morgen nicht mal einen Bäckerwagen. Das war nicht so schlau durchdacht. Allerdings war es himmlisch ruhig und lag zentral zwischen den ganzen Parcours die es dort so gibt.

Am 20.08.2014 besuchten wir den Parcours in Brilon. Als erstes nahmen wir uns der Afrika-Runde an und erlegten die Big Five. Für Willi waren das Nilpferd, Löwe, Nashorn, Elefant und Krokodil. Für mich waren das Eiche, Buche, Fichte, Tanne und Birke. Nein, so schlimm war es dann doch nicht, aber hinter dem verdammichten Nashorn stand ein Baum, welchen ich 2x traf und den dritten Pfeil dann auch noch in die Schlucht dahinter semmelte. 2 Pfeile schon am dritten Ziel kaputt und den dritten konnte Willi, unter Einsatz seines Lebens (naja, so heftig war es dann doch nicht) aus der Schlucht bergen, mein Held… :). Ich war so wütend über mich selber, dass ich dann bergrunter eine Abkürzung über eine rutschige Baumwurzel nahm und mit einem satten platsch in einer Schlammpfütze landete. Mit nassem Mors und wüsten Geschimpfe ging es weiter durch den blöden Parcours. Allerdings hielt sich die schlechte Laune nicht lange, bei den geilen Zielen, so dass der nasse Mors bald vergessen war und ich nur noch das Gelände und die Schüsse genoss.

Der Willi war etwas nervig. Er hat das Fernglas für sich entdeckt. An jedem Tier spähte er gefühlte 35 Minuten das Kill des Tieres aus. Nach dem 10 Ziel fand er es wohl auch doof und so bammelte es quasi nur wenig benutzt am Gürtel.

Bei der Pause zwischen Afrika- und Amerika/Europa-Runde trafen wir Bekannte von den Longbow-Turkeys aus Barsinghausen. Es wurde ein wenig geplaudert, gegessen, getrunken (alkoholfrei) und gelacht und dann ging es weiter. 35 Ziele hatten wir hinter uns und ca. die gleiche Menge lag noch vor uns.

Leider funktionierte das bewegliche Ziel, der auf einen zufliegende Adler, nicht oder aber, wir waren so kaputt, das wir die Kurbel nicht drehen konnten. Das Mobile war so aufgebaut, dass, wenn man ein hinteres Ziel getroffen hat, die Pfeile gegen den Hintergrund gedrückt wurden. Die Kinderziele am Ende (2D Dinos und Drachen, 2D-Comic-Figuren) waren niedlich gemacht aber wir haben sie uns gespart. Wir waren doch viel zu kaputt… …fast 7 Stunden im Parcours und das Gelände fordern doch ihren Tribut.

Mein Highlight war irgendwie fast alles. Die Ziele waren toll aufgestellt. Es gab natürliche Pfeilfänge (Baum… ^^). Der Parcours war sauber und gepflegt. Die Wege waren gerade am Morgen ausgeschnitten worden.

Wenn man etwas herausheben kann, dann ist es wohl Larissa, der Elefant. Man geht nach der Schildkröte einen, von mannshohen Brombeeren umgebenen, Weg und plötzlich ist er da. Der Elefant. Weit weg. Nur durch eine Lücke in der Hecke zu sehen. Wunderbar.

Ein Manko gibt es allerdings auch. Es gibt, wenn nicht einer aus dem Verein vor Ort ist, kein WC. Für den Mann nicht wirklich ein Problem. Für Frau nach einigen Stunden schon…

Die Bezahlung ist recht einfach. Man trägt sich in das Gästebuch ein (und am Ende auch aus) und bezahl vor Ort, wenn jemand vom Verein dort ist, oder man überweist zu Hause und mit 11 Euro pro Erwachsenen ist man günstig dabei.

Larissa in Brilon

Am 21.08.2014 sind wir mit dem Kind ein wenig durch Willingen gefahren, denn die musste ja nun auch ein wenig auf ihre Kosten kommen. Bogenschießen ist ja zur Zeit keine Option für sie. Am späten Nachmittag hielt es uns dann aber nicht mehr und wir fuhren nach Willebadessen. Erst ins Bogenstübchen (ein toller Laden, allerdings wusste ich nicht, wo der Parkplatz war und bin verbotenerweise auf den Hof gefahren) mit lauter schönen Sachen für das traditionelle Bogenschießen. Ich habe auch gleich einen Bogen ausprobiert, leider lag er mir gar nicht. Dann ging es weiter zum Hotel Jägerhof, denn dort musste man sich anmelden, wenn man den Parcours besuchen wollte.

Die Anmeldung war einfach. Die Rezeption ist den ganzen Tag besetzt. Auch das WC des Hotels darf man benutzen, selbst wenn man etwas verdreckt aus dem Parcours kommt, obwohl es schon eine etwas gehobenere Klasse ist.

Der Parcours ist gut in 2,5 Stunden (zu zweit) zu schaffen. Das Gelände ist nett. Wären wir nicht am Vortag in Brilon gewesen, hätte es uns sehr gut gefallen. So waren wir etwas enttäuscht darüber, dass es nur 2D-Tiere gab und das Gelände nicht so rauf und runter ging. Zum Einsteigen wäre es genau das Richtige  gewesen…

Wenn ich mich richtig erinnere, waren es 38 Ziele. Der Parcours war sehr sauber und die Ziele gut aufgebaut. Der Pfeilfang ließ an einigen Zielen zu wünschen übrig. Beim Bären war eine Brombeerhecke dahinter und der Pfeil verschwand auf nimmer wiedersehen. Als ich den großen Hirschen verfehlte, hörten wir den Pfeil noch dreimal aufditschen (Steine?) und beteten, dass dahinter kein Weg lang geführt hat. Wiedergefunden haben wir den Pfeil auch nicht. So waren Pfeil 3 und 4 auch hinüber, bzw. verlustig.

Die 2D-Ziele waren alle schön gestaltet und angemalt.

Wenn der Parcours hier in der Nähe wäre, würden wir ihn wohl häufiger besuchen. Mit 8 Euro ist er doch recht günstig. Allerdings würden wir ihn das nächste Mal, wenn wir das Sauerland besuchen, auslassen, weil der Bowra-Parcours schon 2 Tage beansprucht…

Hirsch in Willebadessen

Am 22.08.2014 war Bogenschießpause. Das Kind musste bespaßt werden und das nicht zu früh, also war ausschlafen angesagt und dann ging es in den Tierpark. Abends Lecker Essen… …Willi sagt, davon soll ich nicht immer so viel schreiben. Das würde keinen interessieren.

Jedenfalls fuhren wir am 23.08.2014 dann frohen Mutes und total entspannt Richtung Edersee. Beim Bowra-Ladengeschäft haben wir uns erstmal angemeldet. Leider war der Laden wegen Sommerurlaub geschlossen. Man konnte allerdings die Anmeldung und die Gebühr einfach in den Briefkasten werfen. 9 Euro für diesen Parcours ist wirklich ein Schnäppchen. 225 (in Worten ZWEIHUNDERTFÜNFUNDZWANZIG) beschießbare Tiere sollen dort stehen.

Dann ging es weiter zum Edersee. Dort gibt es einen Parkplatz mit einem Haus, welches verkehrt herum gebaut ist, und einem Schnellrestaurant. Dort konnte man auch das WC benutzen. Der nächste Parkplatz ist dann ohne Touristen-Kram und führt zum Bowra-Parcours. Wir wussten, es gibt eine gelbe und eine rote Runde und entschieden uns, beide an einem Tag zu wuppen. Schon nach dem 3. Ziel kamen uns die Zweifel. Die Hochschüsse waren der Wahnsinn. Allerdings musste ja auch jemand die Pfeile wieder holen. Ich hätte das ja auch gerne gemacht, allerdings bekomme ich die mit 50lbs in die Tiere geprügelten Pfeile von Willi nicht gezogen. Da hatte er ja nun echt pech… 😉

Nur eine Gruppe war vor uns, 4 Schützen. Irgendwann hatten wir sie eingeholt. Wir schossen kurz zusammen und tauschten uns aus. Sie erzählten uns auch, dass das Bowra-Team keine Veränderungen an dem Bewuchs im Wald vornehmen dürfte. So könnte es mal vorkommen, dass ein Ziel nicht ganz so gut zu sehen wäre. Dies war der Fall bei einer Herde Wildschweine. Von 5 Tieren konnte man eines nicht vom Pflock aus sehen. Bei einem anderen Ziel war ein Baum umgestürzt und man konnte es nicht schießen. Allerdings hat dies dem Spaß keinen Abbruch getan, denn es gab wirklich ausreichend Gummitiere zu erlegen. 

Dann machten wir uns weiter alleine auf den Weg. So manches Mal blieb einem einfach die Puste weg. Hammer, diese Steigungen. Die Wadenmuskulatur und die Achillessehnen wurden beim Gehen so gedehnt, dass das Treppensteigen 4 Tage später noch schmerzte. Wir in der flachen Heide sind so etwas ja gar nicht gewohnt. 

Die Entfernungen zu den Tieren war doch schon recht sportlich. Der Bison stand in einer Senke, bestimmt mehr als 70 m weit weg. Auch gab es kaum Schüsse, die einfach nur geradeaus gingen. Hoch und runter waren die Devise. Und bei den Steigungen kam der Spruch „Schießt du hoch, halte drüber, schießt du runter, halte drunter“ ganz schlecht weg. Wie weit drüber bei hoch? Und bei der Entfernung musste ich, selbst wenn es runter ging, drüber anhalten, weil das Ziel so weit weg war. Sonst fielen die Pfeile einfach vor dem Ziel runter. Wir konnten die erste Woche nach dem Bowra-Parcours nicht mehr geradeaus schießen… 

Dann kam die Entscheidung. Gehen wir nach rechts auf den gelben Parcours und schießen noch die ca. 35 Ziele mehr, oder gehe wir weiter nach links und schießen „nur“ den roten Parcours mit über 60 Stationen. Von Durst geplagt, die Waden schmerzten und die Füße brannten, entschieden wir uns für links. 

Das war auch gut so.

Am Ende sanken wir nach dem letzten Schuss auf eine Bank und fragten uns, ob uns wohl jemand den Wagen bringen könnte. Dann fing es an zu nieseln. Egal… …ich weiß nicht, wie lange wir dort gesessen haben, aber irgendwann haben wir uns doch auf den Weg zum Wagen gemacht. Ich war froh, das ich vergessen hatte, uns einzutragen, sonst hätte ich noch einmal 10 m der Berg hochlaufen müssen, um uns auszutragen. Erst überlegten wir, ob wir noch ein wenig die schöne Natur am Edersee anschauen sollten. Aber nur kurz. Dann ging es nach Marsberg in den Dönerladen und später mit vollen Taschen zur Ferienwohnung. 

Man, waren wir kaputt. Allerdings ist man irgendwie so angenehm kaputt, weil man so etwas geschafft hat. 

Mein Highlight war der Schuss auf die Steinböcke. HAMMERGEIL kann ich nur sagen. 

Edertal, wir kommen wieder. Wir müssen noch die gelbe Runde schaffen… …und die Rote auch noch einmal… 🙂 – Es war einfach nur toll…

Steinböcke im Bowra-Parcours

Ich lasse jetzt mal die Fotos sprechen. Wer mehr sehen will, der muss einfach das kleine Foto anklicken!!!

Text und die meisten Fotos von P.Gehrke, einzelne Fotos von W. Gehrke

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