Buchenschuss 2015 der Bogenfreunde Wuldor am 12.07.2015

Es gab ja den Buchenschuss 2013. Und da ich beim Buchenschuss 2015 nicht wieder so einen Willi mit schlechter Laune haben wollte, habe ich darauf geachtet, das wir frühzeitig los kamen, damit nicht schon die Fahrt in Stress ausartete, obwohl die A1 und A7 in Richtung HH wegen Autobahn- und Brückenbauarbeiten gesperrt waren. In Bad Fallingbostel holten wir noch Michael K. ab und dann ging es auf die Bahn. Wonder why kamen wir gut durch und waren überpünktlich. Wir hatten sogar noch genügend Zeit zum Einschießen (wobei Willi gleich den ersten Pfeil in einem Brombeerrankenmeer versenkte) und dann ging es, nach einer kurzen Ansprache, los in den Wald.

Wir hatten eine superlustige Gruppe mit Sören und Sven aus Büchen und mit Michael K. aus Hannover. Wir haben sooo gelacht und hatten soooo viel Spaß. Zwischendurch haben wir aber auch geschossen. Und zwar ziemlich gut.

Das Gelände ist wunderschön. Ein großer Buchenwald mit Hügeln. Frank Riedel und sein Team haben mit unheimlichem Geschick und Gespür für Licht, Schatten, Bodenwellen, Gräben, Senken und Steigungen einen sehr schwer einzuschätzenden Parcours mit 30 Stationen aufgebaut, der einen so manches Mal die Sinne verwirrte und man nicht abschätzen konnte, wie weit die Ziele weg standen. Die Entfernungen der Ziele war meist recht sportlich um so mehr habe ich mich gefreut, dass ich die weiteren Schüsse ganz gut gemeistert habe. „Weit – Weiter – Wuldor“ hat für mich ein bisschen seinen Schrecken verloren. Ich mag mittlerweile diese Entfernungen und komme immer besser damit zurecht.

Willi belegte mit 538 Punkten den 1. Platz bei den Herren Jagdbogen und ich mit 436 Punkten den 1. Platz bei den Damen Jagdbogen. Was haben wir uns gefreut. Auch beim Leeren der Gewinne (Vino und Met) kam Freude auf.

Für Essen und Trinken war ausreichend und gut gesorgt, so dass keiner hungrig nach Hause fahren musste. Ich finde immer besonders toll, wenn es „exotische“ Salate (also solche, die vom normalen Kartoffel-Nudel-Bunter-Salat-Büffet abweichen) gibt.

Willi kaufte sich zur Belohnung noch bei Frank eine 3D-Gans, die auf unserem nächsten Treffen einen besonderen Platz bekommen wird.

Fazit: Eines der besseren Turniere in diesem Jahr. Die Anforderungen an die Schützen war schon ganz ordentlich. Das Gelände ist einfach zu gehen, so dass man nicht so außer Atem kommt. Ich gerne immer wieder und Willi wohl auch. Dem hat es in diesem Jahr auch viel viel besser gefallen. Danke an Frank Riedel und die Bogenfreunde Wuldor für dieses tolle Event.

Wer in diesem schönen Buchenwald mal schießen möchte. Die Bogenfreunde Wuldor betreiben dort einen öffentlichen Parcours.

Wir freuen uns schon auf den nächsten Buchenschuss und hoffen, dass nicht wieder ein Jahr Pause gemacht wird.

Wuldor 2015

Text und Fotos P. Gehrke, Foto Siegerehrung W. Gehrke

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2. Turnier am Bondenholz am 04. u. 05.07.2015

Pünktlich losfahren ist ja schon etwas schwierig, vor allem, wenn man so früh am Morgen los muss. So schafften wir es gerade noch intime vom Hof zu rollern und fuhren entspannt in Richtung Hamburg. Kurz vor Hamburg kamen wir dann noch in den Stau, so dass es doch schon etwas knapp wurde. Also schnell runter von der Bahn. Erst wollte das Navi uns immer wieder auf die Autobahn zurück bringen, dann wurde es bis zur Willfährigkeit umprogrammiert und schon ging es am Rande von Hamburg ab nach Barsbüttel. Dort angekommen blieben uns noch ganze 10 Minuten für Freunde begrüßen, Anmelden, Gruppe finden, blaue Pipibox und Einschießen. Naja, Einschießen wird ja vollkommen überbewertet, aber der Rest musste schon sein.

Dann ging es ab ins Gelände. Hans-Jürgen und Martina, schon am Vortag engereist, hatten uns netterweise schon die Station Nummer 1 gesichert. Das war quasi 100 Meter vom Versorgungszelt entfernt. Ein Waran. Der wurde kurzerhand von allen gekillt und weiter ging es.

In diesem Jahr waren einige 2D-Tiere durch 3D-Tiere ersetzt worden. Auch war der Streckenverlauf etwas abgeändert. Viele natürliche Pfeilfänge waren gegeben und diesmal auch genutzt. Die Entfernungen kamen mir an diesem ersten Tag nicht so weit vor, wie im letzten Jahr. Das kann aber auch daran liegen, das ich ein Jahr mehr Schießerfahrung habe und mich auch langsam an weite Schüsse gewöhnt habe. So relativiert sich die Weite?! Nichts desto trotz waren die Tiere anspruchsvoll und meist sportlich aufgestellt. Durch die Sonne gab es ein Spiel von Licht und Schatten, dann gab es Bodenwellen vor den Zielen und auch den ein oder anderen Baumstamm, der senkrecht die freie Sicht versperrte oder waagerecht die Weite schwer schätzen lies. So waren einige Schüsse doch recht Tricky.

Als wir die erste Etappe durch den Wald hinter uns gebracht hatten, kam ein Weitschuss auf den stehenden Rothirsch. Dahinter ging es gleich wieder in den Wald. Das hat uns doch sehr erleichtert, denn der Aufstieg auf den Hügel wäre schon sehr anstrengend gewesen. So konnten wir aus der Hitze gleich wieder in den Wald und auch das Sicherheitsrisiko der renitenten Fahrradfahrer, die, trotz Verbotsschilder den Hang hinter einem Ziel hoch kamen, wurde so ausgemerzt.

Am ersten Tag hatte Willi 409 und ich 344 Punkte.

Zum Wetter: „Heiß – Heißer – Hölle“ gilt nicht mehr, es wurde nach diesem Wochende in „Heiß – Heißer – Barsbüttel“ umgetauft. Unglaubliche +39° im Schatten, die sich noch viel viel heißer anfühlten. Dann Abends noch ein schickes Gewitter mit Regen, Sturm und Megablitzen, was dann das Gelände am Sonntag zur Freiluftsauna mutieren lies.

Kaum kam man aus dem klimatisierten Auto, setzte das Schwitzen ein und man wollte sich eigentlich gar nicht mehr bewegen. Außer vielleicht wieder ins klimatisierten Auto. Allerdings half alles nichts und auf ging es in den Wald. Schwitzen ist ja auch gesund, ne?

Eigentlich sollte es eine Hunterrunde geben. Auf allgemeinen Wunsch wurde diese aber in eine 3-Pfeile-Runde abgeändert. Ein Glück, sonst hätte ich wohl noch weniger Punkte gehabt.

Die Tiere waren teilweise umgestellt und/oder umgepflockt. Leider verlor der Parcours dadurch ein bisschen seinen guten Charakter. Er wurde ganz schön zum Schwein. Es waren Äste im Weg, die kein gutes Schussfenster zuließen. Gerade kleinere Schützen (m/w) (ich gehörte auch dazu und ich bin 1,69 m) hatten es teilweise schwer, das Ziel überhaupt zu sehen, weil sie nicht über das hohe Gras schauen konnten. Die Ziele waren alle etwas weiter weg und manchmal waren die Pflöcke so versetzt, dass der natürliche Pfeilfang  nicht mehr daneben gebrezelte Pfeile fangen konnte. Im schlimmsten Fall versenkte man die Pfeile dann zwischen den riesigen Herkules-Stauden und konnte sie gleich abschreiben. An anderen Stellen kam es zum emsigen Suchen. Eine Schützin mit Holzpfeilen brachte es auf den Punkt: „Heute macht das keinen Spaß, an vielen Zielen verliert man seinen Pfeil, weil er gegen Holz prallt und zerbricht.“ Am Ende des Tages fehlten mir 4 Pfeile – 3 weg und 1er kaputt. Zwei konnte ich später zum Glück noch in der Pfeiltonne finden.

Am Ende fehlte mir auch fast die Kraft um mich überhaupt noch zusammenzureißen und an den Zielen zu schießen. Das war das erste Turnier, nach dem ich gar keine Lust mehr zum Bogenschießen hatte und erstmal eine Woche Pause gemacht habe.

Man war so etwas von ausgepowert und einfach nur froh, dass man endlich am Versorgungsstand angekommen war, die Schießzettel abgegeben hatte und einfach nur rumsitzen und vor sich hin schwitzen konnte.

Willi brachte 379 und ich 256 Punkte mit aus dem Parcours.

Dann zog sich die Siegerehrung etwas arg in die Länge. Nach einiger Zeit wurden die Ergebnisse ausgelegt und man bekam eine Einspruchsfrist, von wegen Richtigkeit der Punkte und der Bogenklasse. Eigentlich sehr löblich, dann passieren bei der Siegerehrung keine Fehler. Allerdings war dann die Hälfte der Schützen (m/w), die nicht platziert waren, schon mal weg. Die Veranstalter zogen sich dann nach einer gewissen Einspruchsfrist wieder zurück und kamen und kamen nicht aus ihrem Häuschen, so dass dann sogar einige gingen, die platziert waren.

Laute Rufe „SIEGEREHRUNG!!!“ halten aus dem Zelt und wurden erhört. ENDLICH. Auch wir waren kurz davor, zu fahren. Nach so einem anstrengenden Turnierwochenende ist man froh, wenn man zu Hause die Beine hochlegen kann.

Willi belegte mit 788 Punkten den 1. Platz bei den Jagdbogen-Herren und ich kam mit 602 Punkten auf den 2. Platz bei den Jagdbogen-Damen. Willi gewann ein schönes Stück Schinken und eine Tonflasche Met, ich bekam eine Mettwurst und auch eine Tonflasche Met. Na, das hat sich doch gelohnt.

An beiden Tagen war ausreichend und gut zu Essen da. Brötchen, Kuchen, Salate (Tomate-Ananas war mehr als interessant). Nacken, Pute, Krakauer, Wildbratwurst und Reh wurde in Massen gegrillt, so dass keine Wünsche offen blieben.

Mein Fazit: Super Turnier, nur am 2. Tag ein wenig heftig gestellt. Sicherheit war zu jeder Zeit ausreichend vorhanden in dem wunderschönen weitläufigen Gelände. Allerdings ließen am 2. Tag die Pfeilfänge ein wenig zu wünschen übrig. Hier kann ich natürlich meinen Spruch wieder anbringen: „Man kann ja auch treffen und wenn man sich über irgendetwas im Wald aufregt, dann sollte man zum Schießen in die Halle gehen!“ Werde ich/werden wir natürlich nicht tun und hoffen darauf, auch im nächsten Jahr wieder einen Startplatz zu ergattern. 

Barsbüttel1

Barsbüttel2

Fotos und Text P. Gehrke